Präambel



Die Bewahrung der Demokratie und die Vermittlung ihrer Notwendigkeit erfordert das Bewußtsein um ihre Herkunft und Geschichte.
Diese Geschichte ist in kaum einem europäischen Staat so kompliziert und überlagert vom Grauen einer Diktatur wie in Deutschland.

Eine ausgeprägte Erinnerungskultur unserer nationalen Demokratiegeschichte ist überwiegend nur in der Darstellung ihrer Unterdrückung bzw. Gefährdung vorhanden, vor allem angelegt in den Gedenkstätten zum Nationalsozialismus, zunehmend auch zur Geschichte der DDR.
Den Denkmälern nichtdemokratischer Staatsformen, Personen und Ereignisse in Deutschland, insbesondere des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, steht keine ausreichende moderne und öffentlich sicht- und erlebbare Erinnerungsstruktur für Fakten und Personen der Demokratiegeschichte gegenüber. Die Frankfurter Paulskirche und das Hambacher Schloss sind die bekanntesten der bereits vorhandenen Stätten.

Das gilt insbesondere für den wirklichen Beginn der deutschen Demokratiegeschichte, den Versuch des "Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents", im Jahr 1793 eine demokratische Republik zu gründen und zu entfalten, eine Republik, die wir auch als "Mainzer Republik" kennen. An sie erinnern öffentlich zugänglich lediglich ein Platz und Texttafeln in Mainz und eine Plakette auf der Festungsruine Königstein.

Ungeachtet ihrer Mängel und Diskreditierung sind insbesondere ihre politischen Akteure, aber auch die damals unterstützende Bevölkerung fast ganz aus dem Bewußtsein unserer Nation verschwunden.

Das Gefängnis eines großen Teils dieser ersten Demokraten, die Festungsruine Königstein im Taunus, ist ein herausragender authentischer Ort. Er soll nicht nur zum Ort einer Dokumentation werden, sondern und gerade im Kontext mit dem Königsteiner "Haus der Länder" und dem Königsteiner "Eugen-Kogon-Preis" und anderer demokratiehistorischer Fakten Königsteins zu einem wichtigen lebendigen Ort der Demokratiebildung.

Der "Ort europäischer Demokratiegeschichte" auf Burg und Festung Königstein kann ein Identifikationsort europäischen demokratischen Selbstverständnisses sein.
Seine Gestaltung ist eine Maßnahme, den die demokratische Gemeinde Stadt Königstein ihrer Nation und Europa schenken kann!

Königstein, 18. März 2016
Christoph Schlott, Vorsitzender Terra Incognita e.V.